Der Schmerzcode geknackt? Rückblick 2025 und die Visionen für 2026
Shownotes
Gastgeber*innen & Gäste
Dr. med. Marco Wintruff
Dr. med. Jan-Peer Rogmann
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Die Ärztekammer Hamburg hat die Veranstaltung (Podcast) mit 1 Punkt anerkannt. Der/Die CME-Punkt/e können unter der Angabe der notwendigen Schlüsselwörter bis zu 14 Tage nach der Veröffentlichung, unter folgendem Link, beantrag werden: https://forms.gle/7k95zeiEu6KScJLw5
Literatur und kurze Zusammenfassungen
(1) Goldstein, Pavel. (2025). Personal Danger Signals Reprocessing: New Online Group Intervention for Chronic Pain. 10.31234/osf.io/5h4xs_v1.
Zusammenfassung: Die Studie stellt Personal Danger Signals Reprocessing (PDSR) vor, ein 8-wöchiges Online-Gruppenprogramm für Menschen mit chronischen (vor allem noziplastischen) Schmerzen. Ziel ist es, die Interpretation von Gefahrensignalen im Nervensystem zu verändern, statt den Fokus auf körperliche Schäden zu legen. In einer Pilotstudie mit 19 Teilnehmerinnen zeigte die PDSR-Gruppe im Vergleich zu einer Warteliste deutlich reduzierte Schmerzen, weniger Alltagsbeeinträchtigung sowie verbessertes Wohlbefinden, Schlaf und psychische Belastung. Die Effektstärken waren teilweise hoch. Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber aufgrund der kleinen Stichprobe und des Pilotdesigns noch vorläufig. Größere, kontrollierte Studien sind notwendig.
(2) Ashar YK, Low EL, Knight K, et al. Pain Reprocessing Therapy vs Placebo and Usual Care for Patients With Chronic Back Pain: 5-Year Follow-Up of a Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry. 2025;82(10):1049–1051. doi:10.1001/jamapsychiatry.2025.1844
Zusammenfassung: Die 5-Jahres-Nachuntersuchung einer randomisierten klinischen Studie zeigt, dass Pain Reprocessing Therapy (PRT) bei chronischen Rückenschmerzen langfristig wirksam ist. Auch fünf Jahre nach der Behandlung berichteten deutlich mehr Patient:innen der PRT-Gruppe über stark reduzierte Schmerzen oder Schmerzfreiheit als in den Vergleichsgruppen mit Placebo oder üblicher Standardversorgung. Zusätzlich deuten die Ergebnisse darauf hin, dass PRT nachhaltige Veränderungen in der zentralen Schmerzverarbeitung bewirkt, indem Schmerz weniger als Zeichen von körperlichem Schaden und stärker als veränderbares Nervensystem-Signal wahrgenommen wird. Die Studie unterstreicht damit das Potenzial von PRT als dauerhafte, nicht-medikamentöse Therapieoption bei chronischem Rückenschmerz.
(3) Kallweit, A., Schubiner, H. Pain Reprocessing Therapy – Schmerz neu denken. Schmerz 39, 270–277 (2025). https://doi.org/10.1007/s00482-025-00889-3
Zusammenfassung: Der Artikel beschreibt Pain Reprocessing Therapy (PRT) als einen psychotherapeutischen Ansatz zur Behandlung chronischer, insbesondere noziplastischer Schmerzen. Ziel ist es, Schmerzen nicht primär als Zeichen von Gewebeschädigung zu verstehen, sondern als Ergebnis einer fehlregulierten Schmerzverarbeitung im Nervensystem. PRT kombiniert Schmerzaufklärung, emotionale Verarbeitung und gezielte kognitive Techniken, um Angst vor Schmerz zu reduzieren und das Nervensystem zu beruhigen. Die Autoren fassen die bisherige Studienlage zusammen und sehen PRT als vielversprechende Ergänzung bestehender multimodaler Schmerztherapien, weisen aber auch auf den Bedarf weiterer Forschung hin.
(4) Algesiologikum Tagesklinik für Schmerzmedizin. Gleichgewicht gegen den Schmerz: Effekte eines Gleichgewichtstrainings bei chronischem Rückenschmerz – Eine randomisierte Cross Over Studie [Poster]. Deutscher Schmerzkongress; 2025 Okt 22; Mannheim, Deutschland. Ergebnisse präsentiert von Algesiologikum GmbH. Nicht peer reviewed.
Zusammenfassung: Die Studie untersuchte, ob gezieltes Gleichgewichtstraining bei Menschen mit chronischem Rückenschmerz positive Effekte hat. In einer randomisierten Cross-over-Studie absolvierten die Teilnehmenden sowohl eine Phase mit Gleichgewichtstraining als auch eine Kontrollphase. Die Ergebnisse zeigten, dass das Gleichgewichtstraining zwar nicht zwingend die Schmerzintensität deutlich senkte, aber die körperliche Funktion, Stabilität, Körperwahrnehmung und den Umgang mit dem Schmerz im Alltag verbesserte. Die Studie unterstreicht, dass Gleichgewichtstraining eine sinnvolle Ergänzung innerhalb multimodaler Schmerztherapie sein kann, insbesondere zur Förderung von Sicherheit, Bewegungskompetenz und Selbstvertrauen.
(5) Gkikas, Stefanos & Fernandez Rojas, Raul & Tsiknakis, Manolis. (2025). PainFormer: A Vision Foundation Model for Automatic Pain Assessment. IEEE Transactions on Affective Computing. PP. 1-18. 10.1109/TAFFC.2025.3605475.
Zusammenfassung: Die Studie stellt PainFormer vor, ein KI-basiertes Vision-Foundation-Model zur automatischen Schmerzerkennung. Das Modell kombiniert Videoaufnahmen (z. B. Mimik, Bewegung) mit weiteren visuellen Merkmalen, um Schmerz objektiv und kontinuierlich einzuschätzen. PainFormer zeigt eine hohe Genauigkeit und ist klassischen KI-Modellen überlegen, insbesondere bei komplexen oder subtilen Schmerzsignalen. Ziel ist es, Schmerzen besser zu erfassen bei Menschen, die sich nicht oder nur eingeschränkt äußern können (z. B. Kinder, ältere oder intensivmedizinische Patient:innen). Die Arbeit gilt als wichtiger Schritt hin zu objektiver, technologiegestützter Schmerzdiagnostik, befindet sich aber noch im Forschungsstadium.
(6) RPTU Kaiserslautern Landau. POINT Pain: Studie zur personalisierten psychotherapeutischen Behandlung chronischer Schmerzen [Studienankündigung]. Landau (DE); 14 May 2025. Available from: https://rptu.de/newsroom/pressemitteilungen/detail/news/neue-studie-zur-psychotherapie-bei-chronischen-schmerzen-startet an der rptu in landau
Zusammenfassung: Die POINT Pain-Studie ist ein neues Forschungsprojekt an der RPTU Kaiserslautern Landau, das die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlung bei chronischen Schmerzen untersucht. Ziel ist es, herauszufinden, ob eine personalisierte psychologische Therapie bessere Ergebnisse erzielt als eine standardisierte Verhaltenstherapie. Alle Teilnehmenden durchlaufen dabei beide Therapieformen, was direkte Vergleiche ermöglicht. Zusätzlich werden Alltagserfahrungen über eine Smartphone App erfasst, um Therapieprozesse realitätsnah zu begleiten. Studienteilnehmende sind Erwachsene mit chronischen Schmerzen ≥ 6 Monaten; Sitzungen finden in Präsenz oder per Video statt.
(7) Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema „Interdisziplinäre Ansätze in der Neurowissenschaft des Schmerzes im Rahmen des ERA-NET NEURON“.
https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/18063.php?utm_source=chatgpt.com
(8) Suzetrigin (Journavx)
(9) Osteen JD, Immani S, Tapley TL, Indersmitten T, Hurst NW, Healey T, Aertgeerts K, Negulescu PA, Lechner SM. Pharmacology and Mechanism of Action of Suzetrigine, a Potent and Selective NaV1.8 Pain Signal Inhibitor for the Treatment of Moderate to Severe Pain. Pain Ther. 2025 Apr;14(2):655-674. doi: 10.1007/s40122-024-00697-0. Epub 2025 Jan 8. PMID: 39775738; PMCID: PMC11914629.
Zusammenfassung: Die Studie von Osteen et al. (2025) beschreibt Suzetrigine, einen hochselektiven NaV1.8-Inhibitor, der gezielt die Weiterleitung von Schmerzsignalen im Nervensystem blockiert. NaV1.8-Kanäle spielen eine zentrale Rolle bei der Übertragung von moderaten bis starken Schmerzen, und Suzetrigine reduziert durch ihre Hemmung die neuronale Erregbarkeit. Präklinische und erste klinische Daten zeigen eine hohe Selektivität und Potenz gegenüber NaV1.8 bei minimalen Effekten auf andere Natriumkanäle, was auf geringere Nebenwirkungen hinweist. Damit stellt Suzetrigine einen vielversprechenden Ansatz für die gezielte, nicht-opioide Behandlung von moderaten bis schweren Schmerzen dar, einschließlich neuropathischer und entzündlicher Schmerzformen.
(10) Keam SJ. Suzetrigine: First Approval. Drugs. 2025 Jun;85(6):845-851. doi: 10.1007/s40265-025-02178-w. Epub 2025 May 5. PMID: 40323340.
Zusammenfassung: Der Artikel berichtet über die erste Zulassung von Suzetrigine, einem selektiven NaV1.8-Inhibitor zur Behandlung von moderaten bis schweren Schmerzen. Suzetrigine wirkt gezielt auf die Schmerzsignalweiterleitung im Nervensystem, ohne andere Natriumkanäle wesentlich zu beeinflussen, was auf ein günstiges Sicherheitsprofil hinweist. Klinische Studien zeigten, dass Suzetrigine effektiv Schmerzen lindert, einschließlich neuropathischer und entzündlicher Schmerzformen. Die Zulassung markiert einen wichtigen Schritt für nicht-opioide, gezielte Schmerztherapie.
Die Zusammenfassungen wurden mit der Unterstützung von ChatGPT erstellt.
Hardware
MacBook Air, M2 (2022), Apple Inc., One Apple Park Way, Cupertino, Kalifornien, USA
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Musik und Gestaltung
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Podcast Begrüßung, Verabschiedung und Ansagen: Text-To-Speech via https://elevenlabs.io/text-to-speech (Freya)
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Die im Podcast dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Die Inhalte erheben weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch können die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Podcast ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden.
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Transkript anzeigen
Speaker1: Moin Moin zu der Schmerzcode. Der Podcast, in dem Jan-Peer und Marco wichtige
Speaker1: Themen zum Mysterium Schmerz einfach und praktisch aufschlüsseln wollen.
Speaker0: Marco, hallo.
Speaker1: Hallo Jan-Peer.
Speaker0: Frohes neues Jahr. Ja, Mensch.
Speaker1: Frohes neues Jahr.
Speaker0: Stimmt. Bist du gut reingekommen?
Speaker1: 2026. Ich darf es gar nicht sagen. Raclette. Ich sage nur Raclette.
Speaker0: Das machst du auch jedes Jahr.
Speaker1: Nein, ich bin sehr gut reingekommen mit Nachbarn. Das hat sehr viel Spaß gebracht.
Speaker1: Letztendlich finde ich, ist es auch immer ein schöner Jahresausklang.
Speaker1: Aber das ist, glaube ich, auch der Grund, weswegen wir heute hier sitzen, oder?
Speaker0: Also Jahresausklang und Einläuten des neuen Jahres. Ja, schön.
Speaker1: Schöner hätte ich es nicht zusammen.
Speaker0: Wir gucken zurück und wir schauen nach vorne.
Speaker1: Aber jetzt mal unter uns, was hat dir am besten 2025 gefallen?
Speaker0: Vom Jahr oder von unserem Podcast?
Speaker1: Die Steuerrückzahlung. Nein, von unserem Podcast.
Speaker0: Also wenn ich auf die Folgen zurück gucke, kann ich mich fast gar nicht entscheiden,
Speaker0: welche Folge ich am besten fand.
Speaker0: Aber wenn ich eins auswählen müsste, fand ich unsere Opiate-Folge mit Professor Lipp.
Speaker0: Fantastisch. Da gehen Grüße raus. Herzlichen Dank nochmal. Das war eine tolle.
Speaker1: Tolle Folge. Ja, so viel Leidenschaft habe ich seitdem und vorher auch nie über ein Zytokrom-P150.
Speaker0: Nein, wirklich. Da müssen wir auch noch mal eine neue Folge machen.
Speaker1: Dann sind wir ja schon beim Ausblick 2026.
Speaker0: Das machen wir später. Ja, das machen wir später. Und bei dir?
Speaker1: Ganz ehrlich, ich hatte befürchtet, dass du das fragst. Ich tue mich da sehr
Speaker1: schwer mit, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich fand...
Speaker1: Hm, ich fand das Verlernen, was weh tut.
Speaker1: Also die Idee, dem noziplastischen Schmerzen größeren Raum zu geben und es auch
Speaker1: neue Techniken zu nutzen, um es vielleicht zu verlernen, fand ich total spannend.
Speaker1: Ich bin auch total gespannt, was Anche da vielleicht im Jahresverlauf auch mal
Speaker1: berichtet, bis sie die ersten Zahlen selber generiert haben.
Speaker1: Ja, da freue ich mich so ein bisschen drauf.
Speaker1: Aber ich finde es ja immer toll, den Podcast mit einem Interviewpartner zu gestalten,
Speaker1: weil immer irgendeine Art der Expertise noch mit reinkommt, die wir so plastisch
Speaker1: gar nicht berichten können.
Speaker1: Ja, ich glaube zuletzt, mir hat das Dunbar-Syndrom, also Tatort Bauch hat mir
Speaker1: gefallen, weil es einfach so der Operateur, die Patienten, das war so, das war so was Rundes.
Speaker1: Weißt du noch damals die, unsere Cannabis-Folge, diese Doppelfolge,
Speaker1: da hatten wir ja auch den Hersteller, wir hatten einen Patienten,
Speaker1: wir hatten auch den niedergelassenen Kollegen, der berichtet hat, wie er das anwendet.
Speaker1: So, das war so ein Rundum-Paket, das fand ich toll.
Speaker1: Ich finde das auch was, ohne dem vorzugreifen, was wir auch beibehalten sollten,
Speaker1: das gefällt mir echt gut.
Speaker0: Ja, das stimmt. Also erinnere ich mich auch dran. War toll.
Speaker1: Ja, finde ich gut. Also für alle, die das noch nicht gehört haben,
Speaker1: ist von tiefem Herzen empfohlen, bitte hört euch das an, das war gut.
Speaker1: Und es steckt halt auch in kleinen Nebensätzen, steckt so viel so viel klinische
Speaker1: Erfahrung, es lohnt sich das auch mal reinzuhören, wirklich.
Speaker0: Das stimmt.
Speaker1: Oder die Fans-Folge, wie ich vorhin nachdenke, mit diesen ganzen Gerätschaften,
Speaker0: Die Züger mitgebracht hat. Jetzt aber Schluss mit der Beihau.
Speaker1: Ja, ich habe aber gehört, du hast noch mal so ein bisschen bis in dich gegangen
Speaker1: und hast noch mal geguckt, was hat dir 2025 jetzt unabhängig von Und unseren
Speaker1: Podcast, da haben uns ja auch viele Artikel und viele Sachen gut gefallen.
Speaker1: Die haben wir ja auch immer in den Shownotes mit drin. Aber du hast jetzt nochmal
Speaker1: geguckt, was hat dir persönlich dir am besten da so gefallen?
Speaker1: Oder was fandest du interessant von den Studien, die so kamen 2025?
Speaker0: Ja, Studien ist ja immer das eine. Also ich habe ein paar kleinere Schnipsel
Speaker0: mitgebracht, was ich sehr, sehr interessant fand.
Speaker0: Einmal möchte ich kurz was ein bisschen berichten über, Aber es gibt vielleicht
Speaker0: ändern sich ein bisschen die Rahmenbedingungen für die Forschung zu Schmerz europaweit.
Speaker0: Da kann ich ein bisschen was zu erzählen, weil da gerade im letzten Jahr neue
Speaker0: Fördermaßnahmen auf europäischer Ebene ausgeschrieben worden sind.
Speaker0: Und dann will ich mal ein bisschen nochmal Richtung Therapie mal gucken.
Speaker0: Also da habe ich zwei,
Speaker0: also eine neue, einmal rückblicken quasi anhand einer stattgefundenen Studie
Speaker0: zu Rückenschmerzen was erzählen und einmal nach vorne blicken,
Speaker0: was man vielleicht an neuen Therapiekonzepten innerhalb der Schmerzmedizin auch
Speaker0: mal neu individualisierter aufgreifen kann.
Speaker0: Und dann möchte ich noch einmal noch berichten über ein neues Medikament,
Speaker0: was es gibt, was jetzt im Januar letzten Jahres, Januar 25 von der FDA in Amerika
Speaker0: zugelassen worden ist, eine neue Wirkstoffklasse.
Speaker0: Es ist in Europa noch nicht zugelassen. Ich bin gespannt, ob und wann es kommt.
Speaker0: Es ist, glaube ich, aber es kann ein ganz, ganz wertvoller Baustein werden und
Speaker0: es ist relativ lange im Jahr an mir vorbeigegangen.
Speaker1: Aber ich glaube, der Professor Lipp hat doch auch schon einmal kurz im Nebensatz
Speaker1: darüber gesprochen, wenn ich mich entsinne. Ich glaube, der hat das schon mal erwähnt gehabt.
Speaker0: Das müsste ich nochmal nachhören.
Speaker1: Ja, okay. Ja, ich freue mich. Das hört sich ja ganz spannend an.
Speaker0: Und bei dir?
Speaker1: Ja, ich hatte auch ein schönes Jahr. Nein, das war nicht die Frage.
Speaker1: Ich habe auch mir nochmal was rausgeguckt.
Speaker0: Und selbst? Und selbst.
Speaker1: Vielleicht ist das zwischen den Zahlen rausgekommen. Ich fand ja den noziplastischen
Speaker1: Schmerz als Therapeut, und weiterhin finde ich ja sehr spannend,
Speaker1: dass mir die Help-App ja so gut gefallen hat und die Idee, die dahinter steckt.
Speaker1: Da habe ich nochmal eine neue Studie rausgebracht, die sich auch um die Therapie,
Speaker1: also so eine gruppenbasierte Online-Therapie damit beschäftigt.
Speaker1: Das Ganze als Online-Programm, also nicht als App, sondern als Online-Programm. Fand ich ganz spannend.
Speaker0: Sonst starte doch einfach gleich damit. Ja?
Speaker1: Okay, dann erzähle ich dir von dem zweiten, das kann ich später,
Speaker1: auch was Spannendes mit künstlicher Intelligenz.
Speaker1: Das wird die Leute wahrscheinlich auch interessieren. Das erste Schlüsselwort.
Speaker0: Frohes.
Speaker1: Ja, aber genau, es gibt da eine schöne Studie, die als Personal Danger Signal
Speaker1: Reprocessing-Studie bezeichnet wird.
Speaker1: Das ist, wie eben schon erwähnt, ein gruppenbasiertes Online-Programm,
Speaker1: das über acht Wochen dauert und
Speaker1: die chronischen Schmerzen hier in einer Gruppensitzung therapieren soll.
Speaker1: Das hört sich sehr, sehr spannend an. Also für alle Studien,
Speaker1: die würden wir dann als Link auch in den Shownotes machen, da kann man dann
Speaker1: Details sich nochmal angucken.
Speaker1: Innerhalb dieser acht Wochen konnten Faktoren wie Schlaf, Stimmung und wie ich
Speaker1: sage, wo eine Katastrophisierung deutlich reduziert werden.
Speaker1: Das fand ich sehr spannend als Idee,
Speaker1: Weil ich denke, dass das Pain Repossessing Therapy für den noziplastischen Schmerz ist, ein Thema ist,
Speaker1: was auch uns mindestens 2026 sehr intensiv begleiten wird.
Speaker1: Da gab es auch im JAMA eine neue Studie, so eine Follow-up-Studie.
Speaker1: Ich weiß nicht, ob das die Rückenstudie ist, von der du vielleicht nochmal berichten wolltest.
Speaker1: Nein, das ist eine 5-Jahres-Follow-up-Studie nach dieser randomisierten,
Speaker1: kontrollierten Studie, die gelaufen ist.
Speaker1: Und die hat auch gezeigt, dass es hier wohl auch Langzeiteffekte gibt nach so
Speaker1: einer PRT-Therapie bei chronischen Rückenschmerzen.
Speaker1: Das finde ich auch einen spannenden Aspekt, dass wir mit solchen therapeutischen
Speaker1: Ansätzen sehr wahrscheinlich auch Langzeiteffekte erzeugen können.
Speaker1: Wie ich gesehen habe, das hat Antje gar nicht berichtet.
Speaker1: Sie selber hat auch einen schönen Übersichtsartikel über Schmerzen mal erzählt.
Speaker1: Schmerzen neu denken, heißt glaube ich der Artikel in der Schmerz,
Speaker1: wo sie die PRT-Therapie einmal schön dargestellt hat.
Speaker0: Spannend auf jeden Fall.
Speaker1: Ja, ich würde die Studien einfach schon mal machen. Das finde ich spannend,
Speaker1: weil ich glaube, wir kommen da nicht drum rum. Das wird uns länger verfolgen.
Speaker0: Ja, das glaube ich auch.
Speaker1: Aber ich bin mal gespannt, was du so mitgebracht hast.
Speaker0: Ja, ich kann mal anfangen. Ich hatte mir durch Zufall in die Hand bekommen,
Speaker0: eine relativ kleine Studie von Kollegen aus Freiburg und in Zusammenarbeit mit
Speaker0: der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport.
Speaker0: Und da ging es um, ob bei Patienten mit Rückenschmerzen und das finde ich immer
Speaker0: sehr interessant, weil das viele Menschen betrifft.
Speaker0: Also wir kennen das ja alle mit Rückenschmerzen und der kann sich ja sehr gut
Speaker0: auch chronifizieren. Das macht viele, viele Kosten.
Speaker0: Da ging es darum, in dieser Studie im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzeptes,
Speaker0: was ja alles Mögliche letztendlich beinhalten kann, wenn man das alles nochmal
Speaker0: kombiniert mit einem Gleichgewichtstraining,
Speaker0: zwei Wochen multimodale Schmerztherapie und zwei Wochen dazu nochmal Gleichgewichtstraining,
Speaker0: kann das noch was verbessern?
Speaker0: So, das hat mich dann so ein bisschen, ich fand das immer sehr interessant,
Speaker0: weil es gibt ja im Rahmen dieser multibodalen Schmerzkonzepte,
Speaker0: ist ja immer so die Frage, kann Bewegung, kann Sport dann irgendwie helfen?
Speaker0: Das ist jetzt nochmal so ein kleiner Unterpunkt.
Speaker0: Und die haben halt nicht so eine große Studie, aber zwei Arme gebildet.
Speaker0: Also die ersten haben erstmal multibodale Schmerztherapie bekommen und dann
Speaker0: nochmal zwei Wochen plus zwei Wochen hintendran.
Speaker0: Ein Gleichgewichtstraining und ein paar Übungen, die sie dann gezeigt bekommen
Speaker0: haben und machen sollten und mussten.
Speaker0: Und dann im zweiten Studium, wo es andersrum war, Anfang Schmerztherapie plus
Speaker0: Gleichgewichtstraining und danach dann normale Schmerztherapie weiter.
Speaker0: Und da ging es dann halt auch um dieses Outcome.
Speaker0: Konntest du die Schmerzen reduzieren? Hast du bessere Lebensqualität?
Speaker0: Ist dein Gleichgewichtssinn geschult worden und hast du bessere Schlafqualität?
Speaker0: Also erstmal das Gute ist, es ist ein Gleichgewichtstraining und es hat auch
Speaker0: den Gleichgewichtssinn geschult.
Speaker0: Das konnte man zweifelfalls feststellen.
Speaker0: Das ist schon mal ganz gut. Hilfreich. Ja, das war ganz hilfreich.
Speaker0: Es hat jetzt nicht so die wahnsinnigen Effekte gebracht hinsichtlich der Verbesserung
Speaker0: des Schmerzes. Ein bisschen schon, auch Schlafqualität und ein großer Faktor.
Speaker0: Und das war mir sozusagen, das ist immer ein großer Faktor auch in diesen gesamten
Speaker0: Bewegungsstudien. Wie ist so Quality of Life oder wie ist Disability?
Speaker0: Also wie ist die sozusagen Einschränkung im Alltag? Das ist immer ein großer
Speaker0: Faktor. Finde ich auch sinnvoll, das als Faktor zu nehmen, weil es die Patienten immer betrifft.
Speaker0: Dort sieht man dann, wenn man natürlich noch mehr macht und auch mehr dann Einsatz
Speaker0: zeigt, findet man dort auch eine kleinere Einschränkung im Alltag.
Speaker0: In diesem Zusammenhang, da gibt es ja ganz, ganz viele Studien,
Speaker0: immer was sozusagen Schmerztherapie plus nochmal Bewegung und so weiter.
Speaker0: Und da habe ich mich dann so ein bisschen gefragt, was sozusagen wie ist denn
Speaker0: so dieser grundsätzlich dieser Impact von was ist von Physiotherapie und Bewegungstherapie?
Speaker0: Was bringt denn das? Gerade bei diesem unspezifischen Rückenschmerz und da gibt
Speaker0: es da gibt es eine ganze Reihe Stunden jedes Jahr immer mal wieder was Neues
Speaker0: und da wird immer was verglichen.
Speaker0: Krafttraining versus nur Core-Stability-Training und so weiter.
Speaker0: Letztlich und endlich will ich darauf hinaus. Ich glaube, da gibt es nicht die
Speaker0: Zauberpille, die man hat, aber es ist trotzdem ein wesentlicher Bestandteil, ist auch eine.
Speaker0: Physiotherapie oder eine körperliche Belastung, so schwer das auch immer fällt,
Speaker0: also hinsichtlich, immer hinsichtlich, eigentlich reduziert alles zum Beispiel
Speaker0: beim Rückenschmerz die Rückenschmerzen, wenn man das tut, das finde ich ganz gut.
Speaker0: Und insgesamt, auch wenn es
Speaker0: das nicht tut, es reduziert auf jeden Fall die Einschränkungen im Alltag.
Speaker0: So, und da gibt es, um es ganz jetzt nochmal aufzuziehen, gibt es ja auch Cochrane
Speaker0: Reviews, die dann grundsätzlich mal fragen, wenn jemand chronische Schmerzen
Speaker0: hat, hat der denn auch einen Effekt durch physische Aktivität?
Speaker0: Da kann man grundsätzlich sagen, ja, grundsätzlich hat man da einen Effekt.
Speaker0: Der ist so klein bis moderat, aber es ist immer ein wichtiger Baustein,
Speaker0: ein wichtiger Bestandteil.
Speaker0: Um nochmal auf die Studie, auf die erste zurückzukommen mit dem Gleichgewichtstraining.
Speaker0: Ich glaube, das ist ein relativ kleiner zusätzlicher Baustein und man kann trotzdem
Speaker0: da immer noch was rausholen.
Speaker1: Er scheint, wie mit vielen Sachen, scheint halt die Summe von den kleinen Maßnahmen,
Speaker1: die man macht, scheint dann das Ergebnis zu bilden.
Speaker0: Genau. Und man kann es im Vorwege auch nicht sagen. Es ist dann viel Try and Error.
Speaker0: Leider. Also man wünscht sich ja immer die rosane Pille, die alles gut macht.
Speaker0: Aber das wird es halt nicht in einem multimodalen Therapiekonzept geben.
Speaker1: Spannend. Auch das wird uns weiterverfolgen.
Speaker0: Das wird uns weiterverfolgen. Diese Studien laufen immer. Das ist ja immer wieder,
Speaker0: welche Bewegungstherapie ist die beste und was kann man da alles draus machen.
Speaker0: Es ist halt ein wesentlicher Bestandteil und das wird immer aktuell bleiben.
Speaker1: Schön. Ja, freue mich drauf.
Speaker1: Ich habe dir ja eben schon in deinem Nebensatz gesagt, ich habe noch was anderes
Speaker1: Spannendes mitgebracht.
Speaker1: ChatGPT war gestern. Erweiterte KI ist dieses Jahr.
Speaker1: Es ist 2025 eine nette Studie herausgekommen,
Speaker1: die ein neues auf künstliche Intelligenz basiertes Modell erstellt hat,
Speaker1: was sie als das Model Painformer
Speaker1: dargestellt haben.
Speaker0: Painformer?
Speaker1: Painformer, genau. Zwei Wörter, die so zusammengesetzt wurden. Ganz witzig.
Speaker0: Das ist immer lustig mit den Namen.
Speaker1: Das ist ein sogenanntes Vision Foundation Model.
Speaker1: Also es arbeitet hier mit Datenquellen, die viel mit Visualisierung zu tun haben.
Speaker1: Es erstellt automatisch eine Schmerzbewertung und das tut es durch Analyse von
Speaker1: Videoinhalten, also das Verhalten und der Mimik des Patienten,
Speaker1: der aufgenommen wird, kombiniert mit physiologischen Signalen.
Speaker1: Und das ist eine Menge, die hier erhoben wird.
Speaker1: Und zwar haben wir nicht nur natürlich farbige Videoaufnahmen oder synthetische
Speaker1: oder jetzt durch Wärmesensoren, also thermale Videoaufnahmen,
Speaker1: die damit kombiniert werden.
Speaker1: Wir haben auch EKG, EMG, wir haben Oberflächenanalysen an der Haut,
Speaker1: also galvanische Messungen oder elektrothermale Messungen.
Speaker1: Wir haben auch sogenannte funktionale Nah-Infrarotspektroskopien.
Speaker1: Diese ganzen Daten werden zusammengeführt in dieses Rechenmodell.
Speaker0: Das ist ja abgefahren.
Speaker1: Das ist richtig abgefahren.
Speaker0: Da steckst du wahrscheinlich in so einem Ganzkörperanzug.
Speaker1: Und damit wird dann eine sogenannte objektive Schmerzeinschätzung durch diese
Speaker1: Signale erstellt von dieser KI.
Speaker1: Das bedarf auch einer KI, weil es einfach eine unsagbare Menge von Daten sind,
Speaker1: die da verarbeitet werden.
Speaker1: Die Idee ist hier, dass man das bei nicht selbstberichtbaren Patienten nutzt,
Speaker1: also jetzt Kinder oder Menschen mit Kommunikationsschwierigkeiten,
Speaker1: dass man dieses Modell dafür benutzt.
Speaker1: Das ist hochexperimentell, scheint aber ganz gute Effekte zu haben und ganz
Speaker1: gute Ergebnisse zu liefern, ohne dass man hier inhaltlich natürlich eine Vergleichsgruppe hat,
Speaker1: wo man prüfen kann, ob das jetzt alles der Realität entspricht. Aber
Speaker1: Ich finde, es zeichnet so schön da, wo wir jetzt in der Medizin sind und wo
Speaker1: es vielleicht auch in Zukunft hingeht.
Speaker1: Ich muss da, glaube ich, ganz vorsichtig sein, wie wir mit der KI in Zukunft
Speaker1: umgehen, weil das einfach nur statistische Größen sind.
Speaker1: Und wir wissen ja auch aus der Notfall- und Intensivmedizin,
Speaker1: da helfen dir natürlich auch Statistiken, aber manchmal muss man einfach auch
Speaker1: einfach mal loslegen und handeln und nicht warten, bis ich irgendwelche komischen
Speaker1: Werte habe, die rot leuchten auf dem Display, sondern da muss man einfach mal
Speaker1: mit der klinischen Brille an den Patienten rangehen.
Speaker1: Wie sagen wir immer so schön, lass uns doch mal zum Patienten hingehen und den uns angucken.
Speaker0: Im äußersten Falle.
Speaker1: Lass uns mal zum äußersten schreiten.
Speaker0: Und mit dem Patienten sprechen.
Speaker1: Und mit dem Patienten reden, genau. Ja, das darf man, glaube ich,
Speaker1: auch bei solchen Studien, darf man das nicht außer Acht lassen.
Speaker1: Aber alleine schon, ein Modell Painformer zu nennen, Hat mich schon irgendwie
Speaker1: gereizt, da mal in diese Studie reinzugucken. Ich verlinke das.
Speaker1: Können Sie sich das gerne mal angucken?
Speaker0: Aber ich bin ganz gespannt. Also es ist ja in vielen Bereichen,
Speaker0: wenn du so an Big Data und Korrelationsbeziehungen denkst, da wird ja KI vielleicht
Speaker0: ja doch ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Eröffnen.
Speaker0: Ich bin mal gespannt, also wenn du so einen wahnsinnigen Wust an Daten produziert,
Speaker0: allein in so einer Studie, immer dann pro Patient mal X.
Speaker0: Das ist ja das ist ja ein riesiger, riesiger Datensatz. Und ich bin mal gespannt.
Speaker0: Ich könnte mir auch vorstellen, dass es da doch unerkannte, zumindest Korrelationen
Speaker0: gibt, von denen wir vielleicht heute noch gar nicht denken, was das mal grundsätzlich dann bedeuten kann.
Speaker0: Auch wenn eine Korrelation hier eine Kausalität begründet. Das ist richtig.
Speaker1: Ich sehe da noch sehr viele Probleme mit den ganzen Kabel. Also das alles mit
Speaker1: Video basierend, da bin ich dabei.
Speaker1: Das kann eine Zukunft sein. Aber wenn ich jetzt nochmal gefühlte sechs verschiedene
Speaker1: Kabeleinheiten an diesen Patienten noch anschließen muss, dann sehe ich da ein Problem.
Speaker1: Aber wenn das ein integrierte, erweiterte Sauerstoffsättigungsgerät mit der
Speaker1: Abnahmemöglichkeiten der anderen Parameter,
Speaker0: Was ja, ich glaube.
Speaker1: In vielen Bereichen hier technisch schon möglich wäre, dann kann das interessant werden.
Speaker0: Allein schon aus der Objektivierbarkeit, wenn ich das aus dem interessant finde.
Speaker1: Ja, auch, dass es in der täglichen Routine angewendet wird. Wenn ich vorher
Speaker1: irgendwie zehn Minuten beschäftigt bin und alles an den Patienten anschließe,
Speaker1: dann wird es auch schwierig.
Speaker0: Ja,
Speaker0: aber Geräte müssen erst mal erfunden und dann verbessert werden.
Speaker1: Das ist korrekt. Das zweite Schlüsselwort. Neues. Ja, dann leg ich mal los.
Speaker1: Du hast auch noch was Spannendes mitgebracht.
Speaker0: Die Kollegen von der Technischen Universität in Kaiserslautern-Landau setzen
Speaker0: auch eine neue Studie auf. Die stellen sich die Frage, also die heißt Point Pain.
Speaker0: Point Pain. Point Pain heißt die Studie.
Speaker0: Die, was wir ja wissen aus der Schmerztherapie, dass eine psychologische Betreuung oder immer gut...
Speaker0: Oder ein wertvoller Baustein zur Bewältigung von chronischen Schmerzen sein kann.
Speaker0: Und da wissen wir ja, klassische kognitive Verhaltenstherapie ist da mit die
Speaker0: standardisiert arbeitet, ist da auf jeden Fall schon ein gutes Hilfsmittel.
Speaker0: Und die Kollegen stellen sich aber die Frage, ob man nicht das noch ein bisschen
Speaker0: individualisieren kann.
Speaker0: Unter der Vorstellung heraus, dass jeder bildet ja um deine chronischen Schmerzen
Speaker0: herum wie so ein großes Geflecht von zweiten Baustellen, die man dann so aufreißen kann.
Speaker0: Also es ist halt, also man kann sich das ja vorstellen, man hat Schmerzen,
Speaker0: man hat Beeinträchtigungen.
Speaker0: Dann kommen dann sowas wie Gedanken, oh Gott, Katastrophengedanken,
Speaker0: die verändern dann die Schmerzintensität, das führt dann wiederum zu anderen
Speaker0: Vermeidungsstrategien, dieses Verhalten wird so ein bisschen dadurch wiederum
Speaker0: beeinträchtigt, die Erwartungen verändern sich.
Speaker0: Also wenn ich erwarte, dass ich Schmerzen habe, bin ich vielleicht den ganzen Tag auf der Hut.
Speaker0: Und die stellen sich jetzt die Frage, ob man da oder die Idee ist,
Speaker0: die Patienten im Rahmen dieser Studie für Patienten mit chronischen Schmerzen
Speaker0: zu rekrutieren und die dann im ersten Schritt erstmal, wieso,
Speaker0: so habe ich das verstanden,
Speaker0: wie immer wieder so Momentaufnahmen zu machen. Also wie geht es dir jetzt in diesem Augenblick?
Speaker0: Das sind dann so Ecological Momentary Assessments, EMAS genannt,
Speaker0: wo dann halt verschiedene Bereiche dann abgefragt werden.
Speaker0: Das Interessante, das finde ich jetzt noch nicht so spannend,
Speaker0: aber das Interessante dabei ist, dass sie dann die Daten, die da rauskommen,
Speaker0: immer individuell für den Patienten als ein Netzwerk darstellen können.
Speaker0: Also sozusagen, welche Einflussgrößen hat man in seinem persönlichen Vorstellungsnetzwerk
Speaker0: und wie groß sind diese Blasen? Da könnte man sich das dann vorstellen.
Speaker0: Und das könnte ich mir vorstellen, einen zweiten Schritt dann zu überlegen,
Speaker0: okay, wo habe ich denn auch große Stellschrauben für den Patienten?
Speaker0: Wo kann man denn am besten ansetzen, anstatt halt eine kognitive Verhaltenstherapie
Speaker0: über den ganzen Patienten auszuschütten, individualisiert bei den Patienten
Speaker0: an den größten Stellschrauben dann zu arbeiten?
Speaker1: Das ist spannend, dass du sozusagen die PRT-Therapie, die Pain Reprocessing
Speaker1: Therapie, dass du die anfängst zu individualisieren in diesen,
Speaker1: wie hattest du es genannt, in diesen Point-Pain-Analysen.
Speaker0: Also das nennt sich Point, steht ja für prozessorientierte, individualisierte,
Speaker0: netzwerkbasierte Therapie chronischer Schmerzen. Point, Pain.
Speaker0: Also das heißt, die Intensität, Gedanken, Gefühle, Verhaltensweise,
Speaker0: Vermeidung wird grafisch sichtbar gemacht wie ein Netzwerk.
Speaker0: Mein persönliches Schmerznetzwerk.
Speaker0: Und das eröffnet natürlich dann individuelle Möglichkeiten, darauf dann Einfluss zu nennen.
Speaker1: Man nimmt noch mehr Einfluss auf die Edukation, indem man da die nochmal intensiver
Speaker1: abholt, indem man das individuelle Netzwerk einmal darstellt.
Speaker0: Genau. Also auch spannend. Ja, ist noch, also ist jetzt in Landau in der Pfalz, rekrutiert auch noch.
Speaker0: Stellen wir auch mal den Flyer mit rein.
Speaker0: Ist für Patienten mit chronischem Schmerz. Allerdings nicht Migräne-Schmerz oder Kopfschmerz.
Speaker0: Und das Ganze ist dann mit Smartphone auch wieder gekoppelt.
Speaker0: Ähnlich wie du das erzählt hast. Also wenn du ein Smartphone-mäßig abgefragt
Speaker0: hast, muss man auch eins haben. Steht aber in dem Rahmenbedingten auch drin.
Speaker1: Okay, mit meinem alten Nokia kriege ich das nicht hin.
Speaker0: Das hat ja noch Polyphone klingelt.
Speaker1: Ich habe die gemocht.
Speaker0: Du hast auch noch das Jamba-Monats-Abo.
Speaker1: Bezahlt ja immer noch meine 99.
Speaker0: Genau. Ich kann ja gleich nochmal ein bisschen weitermachen,
Speaker0: weil nur um nochmal den Scope, also was alles in der Schmerzmedizinwelt passiert,
Speaker0: nochmal ein bisschen aufzuziehen.
Speaker0: Das ist ja nicht nur, dass wir auch….
Speaker1: Jetzt holen wir weltweit aus.
Speaker0: Ja, nicht weltweit, aber zumindest europäisch. Also es gibt ja viele europäische
Speaker0: Forschungsverbünde oder auch von der europäischen Gemeinschaft initiierte Forschungsansätze
Speaker0: und so bekommt jetzt auch über das ERANET,
Speaker0: also das europäische Netzwerk für Forschung,
Speaker0: gibt es auch jetzt eine neue Ausschreibung,
Speaker0: das heißt jetzt ERANET Neuron für Neurowissenschaft des Schmerzes.
Speaker0: Also da werden multinationale Forschungsprojekte unterstützt,
Speaker0: wo besonders dann translationale Forschung unterstützt wird,
Speaker0: also von den Grundlagen dann direkt zur Anwendung oder auch interdisziplinär
Speaker0: zwischen einzelnen Fachgesellschaften Forschung unterstützt werden soll.
Speaker0: Das ist im Prinzip alles, was rund um Schmerz sein könnte, könnte da auch sozusagen
Speaker0: mit untersucht werden oder unterstützt werden von der Europäischen Forschungsgemeinschaft.
Speaker0: Inter- und intraindividuelle Unterschiede, Neuroplastizität und Plastizität
Speaker0: im nozizativen System, Neuroinflammation, genetische, epigenetische,
Speaker0: molekulare Mechanismen, also im Prinzip alles, was rund um Schmerz ist,
Speaker0: findet jetzt auch auf europäischer Ebene dort eine weitere Unterstützung.
Speaker0: Dieses ERA-Net gibt es auch schon ganz lange, das wusste ich auch noch nicht,
Speaker0: das gibt es ungefähr seit 2002, ist von der Europäischen Kommission eingesetzt,
Speaker0: also ERA steht für Europäische Research Area, also Forschungsfelder.
Speaker0: Und das ist jetzt nicht beschränkt auf Medizin. Das gibt es in unglaublich vielen
Speaker0: breiten Anwendungsfeldern.
Speaker0: Gibt es da Materialwissenschaften oder Elektromobilität und so gibt es jetzt
Speaker0: das auch alt für Schmerz.
Speaker0: Die sind im Augenblick, also letztes Jahr, 2025 war da aufgerufen worden,
Speaker0: da Arbeiten einzureichen.
Speaker0: Die sind jetzt noch in der Findungsphase, was dann unterstützt wird.
Speaker1: Und das heißt, Ära Net Neuron, nicht Pain oder so.
Speaker0: Also das heißt Eranet Neuron, das ist quasi der Mittelbau dieses Forschungseranet,
Speaker0: also das ist quasi der Teil von Eranet, der sich jetzt alles rund um Neurowissenschaften kümmert.
Speaker0: Also da ist auch Mental Disorders sind da mit drin, da ist jetzt Schmerz mit drin,
Speaker0: das ist quasi der Mittelbau und eine Baustelle innerhalb des Eranet Neuron ist
Speaker0: jetzt eine Auslobung von Unterstützung von Forschung zu Schmerzen.
Speaker1: Okay, dann ist das sozusagen eine Schnittmenge von Neuron.
Speaker0: Das ist eine Schnittmenge von Neuron, genau. Und es ist halt ganz europaweit,
Speaker0: da bin ich gespannt. Also sind viele Gesellschaften, ich glaube auch Deutsche
Speaker0: Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt ist da mit dabei.
Speaker0: Ja, ich habe nämlich in Bonn angerufen, wollte mal fragen, wer jetzt 2025 da
Speaker0: so drin war, aber ich habe da leider kein Apparat bekommen, fand mich aber interessant.
Speaker0: Also es passiert auch auf europäischer Ebene was, finden wir auch schön.
Speaker0: Und alles ist da zu unterstützen.
Speaker1: Ja, jetzt haben wir auch strukturell mal wieder was dazugelernt.
Speaker1: Das war mir auch so nicht bekannt.
Speaker0: Naja, du, wir sind ja auch nicht jetzt in der Forschungsgang sind wir jetzt
Speaker0: nicht dabei, sondern wir machen ja jetzt hier Berichte über,
Speaker0: was ich auch sehr schön finde und ich bin ja auch vom Herzen kein Forscher.
Speaker0: Deswegen, ich glaube, da gibt es Strukturen sehr, sehr interessant,
Speaker0: wovon man aber so, wenn man damit nichts zu tun hat, auch nicht weiß.
Speaker1: Ja, das stimmt.
Speaker1: Ja, mal gucken. Ich habe da ja auch für 2026 noch Ideen.
Speaker1: Aber bevor ich ja nochmal so ein bisschen Richtung Ausblick 2026 gehen wollte,
Speaker1: hattest du mir im Vorfeld ja schon gesagt, dass du nochmal ein Medikament beleuchten
Speaker1: wolltest, was es seit Anfang des Jahres auf dem Markt gibt.
Speaker1: Ja. Aber nicht hier in Europa,
Speaker0: Oder? Nein, noch nicht. Also es gibt eine neue Zulassung einer eigentlich komplett
Speaker0: neuen Wirkstoffklasse von der FDA.
Speaker0: Das ist Handelsname UNAV-X. Ich kann den Namen gleich mal auflösen.
Speaker0: Das ist im Januar letzten Jahres von der FDA zugelassen worden für die Behandlung
Speaker0: von mittelstarken bis starken Schmerzen.
Speaker0: Susi Trigin heißt das, heißt der Wirkstoff. Also vielleicht,
Speaker0: wir können ja auch mal einen Rückschau machen auf unsere ersten vier Folgen,
Speaker0: da haben wir ja den Weg des Schmerzes beleuchtet.
Speaker0: Und wir wissen ja, Schmerzübertragung, da gibt es ja vier Phasen,
Speaker0: also Transduktion, Transmission, Modulation und Perzeption.
Speaker0: Also Transduktion war ja das Erkennen, dass Nozizeptoren schädliche Reize erkennen
Speaker0: und die wandeln sie dann in Nervenimpulse um und die werden dann,
Speaker0: weitergeleitet und über die A-Delta- und C-Fasern, das haben wir ja im Detail
Speaker0: alles in den Podcasts noch mal geschildert, wer das nochmal nachhören möchte,
Speaker0: kann das ja gerne, werden ja zum Rückenmark geleitet und dort steigen sie dann über die,
Speaker0: im Rückenmark, über die Traktus dann zum Thalamus auf und werden dann verarbeitet
Speaker0: und dann wird der Schmerz dann erst nach Kreuzungen auf die andere Seite.
Speaker0: Zum Beispiel nach Kreuzungen, genau.
Speaker0: So und jetzt gucken wir uns, da gibt es ja dann ganz verschiedene Beispiele,
Speaker0: In diesen einzelnen Phasen, da können ja die Schmerzsignale verändert werden
Speaker0: und das beeinflusst dann die individuelle Schmerzwahrnehmung.
Speaker0: Also Beispiel ist ja, wenn wir die Opioidrezeptoren durch irgendwie endogene
Speaker0: oder exogene Opiate beeinflussen.
Speaker1: Sagen wir mal, wie die heißen, die Opiatrezeptoren? Also der Hauptrezeptor?
Speaker1: Müh. Ja, dank nur für unsere Hörerste.
Speaker0: Oder Kappa. Oder Kappa, ja. Oder Kappa, mehrere. Da müssten wir auf Professor
Speaker0: Lipp nochmal zurück verweisen.
Speaker0: Dann beeinflussen wir die Rezeptoren. Oder auf spinaler Ebene,
Speaker0: dann beeinflussen wir die NMDA-Rezeptoren.
Speaker0: Oder wir machen irgendwie Beeinfluss auf den Gaba, etc.
Speaker0: Also wenn das Signal im Gehirn ist, dann wird es da weitergeleitet,
Speaker0: prozessiert und dann kommt erst die eigentliche Schmerzinterpretation und Wahrnehmung.
Speaker0: So, und jetzt haben wir ja verschiedene Medikamente. Wenn wir uns das mal angucken,
Speaker0: wir können ganz am Anfang des Prozesses anfangen.
Speaker0: Dann nehmen wir die Licht-Opiat-Analgetika, Ibuprofen, Paracetamol,
Speaker0: Metamizol etc., die ja alles quasi auf die Enzyme einwirken,
Speaker0: um überhaupt die Botenstoffe zu produzieren.
Speaker0: Dann haben wir als zweiten Grundpfeiler die Opiate, die vor allen Dingen zentral
Speaker0: an den Opiatrezeptoren arbeiten und die Schmerzweiterleitung durch eine Hyperpolarisation unterbinden.
Speaker0: Dann haben wir noch, das sind ja die beiden großen Hauptpfeile, die wir dann haben.
Speaker0: Und dann haben wir noch so die Add-on-Medikamente, also Antidepressiva,
Speaker0: die die Schmerzverarbeitung verändern und endogene Opiate zum Beispiel vermehrt freisetzen können.
Speaker0: Gabapentinoide, die dann so die Calciumrezeptoren verändern,
Speaker0: unter anderem beeinflussen, also das heißt die excitatorischen Neurone im Gehirn
Speaker0: beeinflussen oder die inhibitorischen Neurone, je nachdem welches man dann auswählt.
Speaker0: Und es gibt ja auch, das wissen wir auch, es gibt ja auch die klassischen Natriumkanalblocker,
Speaker0: also klassischer, also die dann die Weiterleitung des Schmerzes dann beeinträchtigt
Speaker0: oder sozusagen steuern oder die dafür verantwortlich sind.
Speaker0: Und da kennen wir ja schon lange Medikamente,
Speaker0: mit denen wir ja auch diese Natriumrezeptoren beeinflussen können.
Speaker0: Klassischerweise sind das irgendwie Lokalanästhetiker, also Lidokain.
Speaker0: So und jetzt wissen wir ja ganz toll, wenn wir jetzt Milidokain einfach oder
Speaker0: ein anderes Lokalanästhem in die Vene spritzen.
Speaker0: Das hat ein bisschen energetischen Effekt, macht aber ganz, ganz viele Probleme,
Speaker0: weil das eben unselektiv an ganz verschiedene Natriumkanäle andocken kann.
Speaker0: Die sind im Herzen und im Gehirn und in der Schmerzweiterleitungsbahn.
Speaker0: Und da war ja schon seit ungefähr so 25 Jahren die Idee.
Speaker0: Da die Natrium, es gibt neun verschiedene, die wir kennen, glaube ich aktuell,
Speaker0: spannungsabhängige Natriumkanäle, aber es gibt nur einige wenige,
Speaker0: die in der Schmerzweiterleitung interessant sind.
Speaker0: Und ganz besonders ist es eigentlich, die heißen immer NAV 1.x,
Speaker0: je nachdem, wann sie entdeckt worden sind.
Speaker1: 1.8?
Speaker0: Ja, 1.7, 1.8 und 1.9 sind die, die einfach ganz, ganz in Schmerznerven exprimiert werden.
Speaker0: Und 1.7 und 1.9 waren jetzt schwierig sozusagen zu untersuchen,
Speaker0: sodass man darauf gekommen ist, 1.8 ist fast ausschließlich wird dieser Natriumkanal
Speaker0: für die Schmerzweiterleitung im peripheren Nerven, ist nur dort vorhanden.
Speaker0: Und das wäre doch super, wenn man ein Medikament hätte, dass man da einsetzen
Speaker0: könnte, dass man diesen Natriumkanal blocken kann und diese Schmerzen eben nicht
Speaker0: mehr weitergeleitet werden.
Speaker0: Und genau den hat man jetzt entdeckt. Also kannte man schon länger,
Speaker0: aber der ist jetzt sozusagen zur Zulassung gekommen.
Speaker0: Also das ist ein ganz selektiver Medikament, was oral als Tablette eingenommen
Speaker0: werden kann und ganz selektiv eben den NAV 1.8.
Speaker0: Spannungsabhängig Natriumkanal 1.8 am peripheren Schmerznerven blockieren kann.
Speaker0: So und dadurch dann die Schmerzweiterleitung unterbinden kann. Ja, okay.
Speaker0: Also das ist eine Affinität davon weiß nicht 30.000 an diesem und nix quasi an den anderen.
Speaker0: Also so, dass man dort eine unheimlich gute Schmerzreduktion hat,
Speaker0: die setzt nicht so wahnsinnig schnell an.
Speaker0: Also also man ist bei Tabletten meistens so, also man hat.
Speaker0: Sozusagen volle Schmerzwirkung, wahrscheinlich irgendwie zwischen 12 und 24
Speaker0: Stunden. Also man hat eine Loading-Dose und dann muss man lange.
Speaker0: Ja, also die ersten Effekte sind schon nach ein paar Minuten,
Speaker0: aber bis man die vollständige Ausprägung hat, also vollständige Andocken an
Speaker0: den Rezeptoren, hat man einen relativ langen Zeitraum.
Speaker0: Aber man kann es als Tablette oral einnehmen. Und wie gesagt,
Speaker0: es ist zugelassen für Schmerzen mittel bis stark, also postoperativ.
Speaker0: Dafür ist es jetzt zugelassen und therapiert diese Schmerzen eben super gut.
Speaker0: Also wird die Schmerzweiterhaltung nicht unterbrochen. Das Tolle ist natürlich,
Speaker0: weil diese spannungsabhängigen Natriumkanäle zum Beispiel nicht im Gehirn vorhanden sind,
Speaker0: oder jedenfalls minimal, und dort hat man auch bisher noch überhaupt gar keinen
Speaker0: Hinweis, dass diese Medikamente zum Beispiel eine Abhängigkeit machen,
Speaker0: was ja ein großes Problem ist bei den Opiaten.
Speaker0: Also daher hat man da eine komplett neue, das ist seit 20 Jahren eigentlich
Speaker0: das erste Medikament, was jetzt auf den Markt kommt, was mal wieder einen komplett
Speaker0: anderen Wirkmechanismus hat.
Speaker0: Und das finde ich unheimlich spannend und es scheint einfach ein sehr,
Speaker0: sehr gutes Nebenwirkungsprofil zu haben.
Speaker1: Das hätte mich gerade mal interessiert, ob es da zentrale Nebenwirkungen gibt.
Speaker0: Ja, also hast du auch, also hast du ja sowas wie so ein bisschen Benommenheit
Speaker0: und so weiter, aber es hat vor allen Dingen nicht dieses Abhängigkeitsponsal.
Speaker0: Das ist ja immer so die große Sorge der Amerikaner, kann ich auch verstehen,
Speaker0: jetzt mit der Europäischen Hartkrise, dass sie jetzt gerade das nicht haben wollen.
Speaker0: Aber wie gesagt, es ist jetzt eine komplett neue Wirkstoffklasse.
Speaker0: Und ich bin mal gespannt, also ich könnte mir ja gut vorstellen,
Speaker0: man hat ja, du hast ja schon gesagt, wir haben ja verschiedene Schmerzarten,
Speaker0: wir haben den neuropathischen Schmerz, wir haben auch einen neuroinflammatorischen Schmerz.
Speaker0: Bin gespannt, da laufen die Studien, ob das halt auch bei diesen speziellen
Speaker0: Schmerzarten nochmal ein vielleicht ganz neuer Baustein in der Schmerztherapie
Speaker0: werden könnte. Ich könnte mir das auf jeden Fall gut vorstellen.
Speaker1: Gibt es da Bemühungen, dieses Medikament in Europa zu lassen?
Speaker0: Also das habe ich noch nicht gefunden. Also ich weiß nicht, ob das jetzt beantragt
Speaker0: worden ist. Es ist auf jeden Fall in Europa noch nicht zugelassen.
Speaker0: Aber FDA-Zulassung, wie gesagt, ist jetzt seit einem Jahr.
Speaker1: Da können wir ja auf Studien nächstes Jahr.
Speaker0: Können wir auf jeden Fall hoffen, genau. Und ich glaube, das wird ja dann auf
Speaker0: alle Schmerzarten nochmal draufgeschmissen werden.
Speaker0: Und ich bin mal gespannt, in welcher Schmerzart das dann nicht nur vielleicht
Speaker0: akut postoperativ, sondern quasi auf allen, auch auf chronischen Schmerzen,
Speaker0: dort dann Anwendung finden wird.
Speaker1: Wir müssen mal gucken. Wahrscheinlich müssen wir doch bis nächstes Jahr warten,
Speaker1: ob dieses Jahr dann noch was kommt. Schauen wir mal. Wir sind ganz aufgeregt.
Speaker0: Your NAV X erklärt sich dann ja auch.
Speaker1: Das NAV X habe ich.
Speaker0: Ja, genau. Also daher ist Name dann auch ein bisschen schon programmt.
Speaker0: Your NAV X. Genau, bin ich mal gespannt, wann das denn hier in Europa nochmal kommt.
Speaker1: Und sag mal, das war ja der Firmenname, Your NAV X. Und wie war nochmal der Wirrstoff?
Speaker0: Ja, ich muss es immer wieder, ich kann es nicht aussprechen.
Speaker1: Genau.
Speaker0: Su-C-Tri-Gin.
Speaker1: Su-C-Tri-Gin. Okay.
Speaker0: Aber ich kann ja, ich habe hier zwei, drei Papers, die können wir auch einfach
Speaker0: in die Shownotes machen.
Speaker0: Da steht es auch nochmal genau drin, sozusagen Mechanism of Action und so weiter.
Speaker0: Ich will das hier nur anreißen.
Speaker1: Aber June of X kann ich mir jetzt besser merken.
Speaker0: Wir wollen jetzt keine Werbung machen, aber ich finde, auch da ist wieder ein Name Programm.
Speaker1: Super.
Speaker0: Du musst ein bisschen aufpassen, es hat, und das ist ja immer dein Lieblingsthema, hat auch eine Zyp3 Zyp?
Speaker0: Du siehst, ich habe CYP3-4a-Interaktion.
Speaker1: Ah, okay, sehr gut. Aber wie gesagt, spätestens nach drei, spätestens nach fünf
Speaker1: Medikamenten brauchen wir eine Software, um das zu analysieren.
Speaker0: Ja, das wird sicherlich sehr spannend. Ja, genau. Aber eine ganz neue Medikamentenklasse.
Speaker1: Ja, sehr schön. Da bin ich auch mal gespannt, ob das was naja gut,
Speaker1: wir gucken mal. Wir lassen uns überraschen.
Speaker0: Es wird unfassbar teuer erstmal sein, aber nun so ist es halt. Ja.
Speaker0: Und es gibt vielleicht, also ganz ehrlich, Gerade in dem Bereich,
Speaker0: ich habe ja gesagt, das ist NAV 1.8 und mal sehen, also 1.7 plus 1.9,
Speaker0: vielleicht gibt es ja auch noch, man wird ja auch sehen, die werden ja,
Speaker0: also wenn es unterschiedliche Angriffspunkte gibt.
Speaker0: Wird es wahrscheinlich auch noch mal weitere Entwicklungen, neue Medikamente,
Speaker0: die jetzt da aufspringen, dann auch noch geben. Bestimmt noch mal mit einem
Speaker0: selektiven Einsatzprofil.
Speaker1: Ja, wobei das war ja schon immer irgendwie so die Idee, dass man da hinkommt.
Speaker1: Bei den Fakieren ist ja glaube ich auch, der ist ein Mutationsfehler, NAV 1.8,
Speaker1: sodass sie da auch problemlos auf so einem Nagelbett liegen können.
Speaker1: Das ist halt schon beeindruckend.
Speaker0: Ich dachte, das wäre purer Wille.
Speaker1: Vielleicht wird es auch geben. Aber ich bräuchte da einen Mutationsfehler.
Speaker0: Ich glaube, ich auch.
Speaker1: Ja, wie sieht es aus? 20, 26 haben wir jetzt.
Speaker1: Wie stellst du? Also wir haben ja irgendwann mal zwischen uns gesagt,
Speaker1: wir gucken uns alle 10 Folgen mal ehrlich in die Augen und sagen, ist das noch was für uns?
Speaker1: Ich befürchte ja bei deinem Lächeln und bei meiner Leidenschaft werden wir auch
Speaker1: dieses Jahr uns wieder lächelnd in die Augen gucken und sagen,
Speaker1: komm, dann machen wir weiter.
Speaker1: Aber es lebt natürlich auch von unseren Hörern und Hörern mit Wünschen und Ideen,
Speaker1: die wir um setzen wollen, aber wir hatten vorher ja schon mal leicht drüber
Speaker1: gesprochen, wir haben auch schon so ein paar Ideen, was wir gerne machen wollen.
Speaker0: Weiter.
Speaker1: Weiter, ja. Hast du da Wünsche, was du gerne auf alle Fälle dieses Jahr noch
Speaker1: machen möchtest oder Grundkonzepte irgendwie ändern oder so?
Speaker0: Nein, also ich halte an dir fest. Ich befürchte das.
Speaker0: Also mir macht das immer sehr, sehr viel Spaß und Und mit der Zeit habe ich
Speaker0: es auch immer mehr schätzen gelernt, ist, dass wir wirklich schon viele wahnsinnig
Speaker0: tolle Interviewpartner hatten und ich hoffe auch in der Zukunft den haben werden.
Speaker0: Also sich einen Experten seines Faches und seines Gebietes reinzuholen,
Speaker0: finde ich immer unfassbar befruchtend und unfassbar interessant, wenn die...
Speaker0: Einmal aus ihrem Schwerpunkt oder aus ihrer Leitlinie, aus ihrem Wissensfundus es teilen können.
Speaker0: Und es lässt einen unheimlich über den Tellerrand hinaus gucken.
Speaker0: Daher, das ist so ein bisschen, wo ich mich darauf freuen würde,
Speaker0: mir möglichst viele Interviewpartner ranzuholen.
Speaker0: Das dritte Schlüsselwort. Ja.
Speaker1: Aber du hast es eben schon gesagt. Ich finde das gut. Und auch besonders das Stichwort Leitlinien.
Speaker1: Ja. Ich finde, wir sollten dieses Jahr uns mindestens nochmal eine Leitlinie,
Speaker1: Leitlinie schnappen und die nochmal berichten,
Speaker0: Was mit Schmerztherapie zu tun hat. Genau, das finde ich unheimlich sinnvoll.
Speaker0: Es macht auch einen selber nicht dümmer und auch die zu lesen ist fantastisch.
Speaker0: Und gerade wenn es Neuerungen gibt, ist das immer, glaube ich,
Speaker0: für alle bereichernd, dass vielleicht auch mit den Kollegen, die auch,
Speaker0: diese Leitlinie dann auch mit erstellen, dass sie einmal auch ein bisschen über
Speaker0: den Prozess und über die Möglichkeiten und Hürden und wichtigen Elemente dann auch berichten können.
Speaker1: Weil ich kann ja schon mal teasern. Wir haben da ja gerade eine neue Leitlinie,
Speaker1: die ein halbes Jahr alt ist.
Speaker0: Ja.
Speaker1: Die Gary Payne.
Speaker0: Gary Payne, ja.
Speaker1: Das wird auf alle Fälle ein Thema sein, was wir dieses Jahr noch machen werden,
Speaker1: weil das brennt mir schon unter den Fingernägeln. Ja, das finde ich auch tolles Thema.
Speaker0: Finde ich super interessant.
Speaker1: Da sind wir auch übrigens im
Speaker1: Indirekten auch wieder beim Zytokrom P450 System. Ich kriege dich so weit,
Speaker0: Das nehmen wir auch mal ins Thema. Du kopfst mich weich.
Speaker1: Ja, genau. Aber ich finde das auch mit den Interviewpartnern,
Speaker1: ich finde ja auch den großen Aspekt neuropathischer Schmerz,
Speaker1: Fibromyagie.
Speaker0: Ja.
Speaker1: Ich bin auch so ein bisschen gespannt, ob die Herpes Zoster Leitlinie nochmal abgedatet wird.
Speaker0: Ob die das schaffen.
Speaker1: Aber ich befürchte, das wird dann doch eher nächstes Jahr, aber wir brauchen
Speaker1: auch immer Projekte für später. Und ich glaube, das gehört dazu.
Speaker1: Ich weiß, dass die Loans Leitlinien, die müssten, die ist ja jetzt gerade die
Speaker1: zweite Überarbeitung, die ist ja jetzt auch schon wieder über ein halbes Jahr
Speaker1: abgelaufen, die müsste dieses Jahr vielleicht auch nochmal Irmann kommen.
Speaker1: Das wäre ja auch nochmal was.
Speaker0: Ich habe schon ein bisschen Gefühl, wir treiben die immer vor uns her. Die Lohnsleitungen.
Speaker1: Aber auch nur, weil sie schon abgelaufen ist. Das ist der einzige Grund.
Speaker1: Das ist der einzige Grund,
Speaker0: Ja genau.
Speaker1: Ja, großartig.
Speaker0: Ja, und wenn es von der Wertenhörerschaft Ideen und Anregungen gibt,
Speaker0: Interessenslagen, lasst es uns gerne wissen.
Speaker0: Schreibt uns Erna eine Mail. Wir greifen es wirklich gerne auf und wir kümmern uns dann auch drum.
Speaker1: Ja, ich würde sagen, wir freuen uns auf nächsten Monat wieder.
Speaker1: Ersten Donnerstag des Monats ab 6 Uhr auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
Speaker1: Ja, was soll ich sagen, Leute? Bleibt gesund.
Speaker0: Bleibt neugierig.
Speaker1: Die im Podcast dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information
Speaker1: und allgemeinen Weiterbildung.
Speaker1: Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten
Speaker1: diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar.
Speaker1: Die Inhalte erheben weder einen Anspruch auf Vollständigkeit,
Speaker0: Noch kann die Aktualität.
Speaker1: Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden.
Speaker1: Der Podcast ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder
Speaker1: Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn,
Speaker1: Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden.
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